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Glattfelder Tennisclub feierte das 40-jährige Bestehen

Wie Glattfelden zur eigenen Tennisanlage kam

Tennis galt früher als elitäre Sportart, zu der nicht jedermann Zutritt hatte. Mittlerweile hat das Rückschlagspiel aber auch als Breitensport eine grosse Bedeutung erlangt. Als der Glattfelder Club 1975 gegründet wurde, war es für Otto Normalbürger allerdings noch immer relativ schwierig, in einen Club aufgenommen zu werden. Anlässlich der Feier zum 40jährigen Bestehen der Glattfelder Tennisanlage erzählte Gründungsmitglied Hansruedi Walder wie die Idee eines eigenen Clubs geboren wurde. «Das Interesse an Tennis erwachte, als Wilfried Mähli und ich 1975 in der Stadthalle Bülach Schnupperkurse beobachteten. Da damals aber alle Clubs Wartelisten führten, war unsere Chance gering, irgendwo aufgenommen zu werden», erinnerte sich Walder. Aus dieser Not heraus, habe man sich entschlossen, zu versuchen in Glattfelden einen eigenen Club zu gründen. Mitstreiter fanden Walder und Mähli dabei in Rolf Vogel, Piero Luigi Quattropani, Horst Kemper, Ulrich Schneider und Susanne Rihs. Und als an einer Orientierungsversammlung im Löwen rund 50 weitere Personen ebenfalls ihr Interesse bekundeten, fiel der Entschluss die Tennisplatz-Idee in die Realität umzusetzen.

Alles im Frondienst realisiert
Nach der Club-Gründung, erfolgreicher Standortsuche und Baueingabe wurde das Projekt relativ schnell vorangetrieben, wobei die eigentlichen Bauarbeiten, die alle im Frondienst ausgeführt wurden, im Frühjahr 1977 durchgeführt wurden. Und bereits am 15. Mai 1977 konnte der junge Club die zwei ersten Tennisplätze einweihen. Ein Clubhaus gab es damals allerdings noch nicht, sondern nur ein alter Baustellenwagen. Hanruedi Walder: «Diese Situation war aber bald einmal unbefriedigend. Deshalb haben wir sofort zugegriffen, als wir die Möglichkeit hatten, einen ehemaligen Pavillon von der Klinik Hard zu kaufen.» Auch dieser wurde in Embrach in Frondienstarbeit abgebrochen und in Glattfelden wieder aufgebaut, erzählte Walder weiter. Die Einweihung des Clubhauses fand dann im Sommer 1978 statt. Weil das Interesse am Tennisspielen laufend stieg, musste nun aber auch der Glattfelder Club eine Warteliste führen. Hansruedi Walder: «Aus diesem Grund haben wir uns dann bald einmal dazu entschlossen, zwei weitere Plätze zu realisieren. Heute gehören Wartelisten glücklicherweise definitiv der Vergangenheit an und jedermann der Freude am Tennisspielen hat, ist herzlich in unserem Club willkommen.»

Federer gegen Nadal
Über das vorletzte Wochenende hatte auch die Bevölkerung Gelegenheit, die Tennisanlage im Wisengrund zu besichtigen. Insbesondere die vier total sanierten Plätze, die nun bei jedem Wetter bespielt werden können. Als besonderen Höhepunkt bei dieser Feier konnten die Zuschauer einen auf hohem Niveau gespielten Show-Match erleben. Allerdings handelte es sich bei den beiden ausführenden Stars nicht um Federer und Nadal wie man auf den ersten Blick hätte denken können. Unter den Masken der beiden Weltstars steckten nämlich Alexander Gilliard und Michael Tschanen von der 1. Mannschaft. Was die beiden präsentierten war aber trotzdem hohe Tenniskunst, die von den Zuschauern immer wieder mit wohlwollendem Applaus bedacht wurde. Letztlich ging dann Rafael Nadal alias Alexander Gilliard als strahlender Sieger vom neuen Allwetterplatz.
Fotos: Yvonne Russi und Bruno Meier und Archiv Tennisclub