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Feriepass 2015

Für Mädchen ist das höchste Glück der

Erde, auf dem Rücken der Pferde
In etlichen Gemeinden wird während den Herbstferien jeweils ein Ferienpass angeboten, der bei den Schülerinnen und Schülern für spannende Abwechslung sorgen soll. So auch in Glattfelden, wo die daheimgebliebenen Kids unter anderem zwischen Töpfern, Backlen, Zirkusplausch, Korbflechten, Zaubern oder Schiessen auswählen konnten. Besonders viele Mädchen meldeten sich beim Kurs «Reiten und Pflege rund ums Pferd» an, der beim Pferdestall von Nicole Leuenberger stattfand. Unter den 12 Kursteilnehmern befanden sich nur gerade zwei Jungen. Dies sei aber normal, erklärte die Reittherapeutin: «Mädchen fühlen sich im Schulalter eher zu Pferden hingezogen als Jungen. Später, im professionellen Reitsport sind allerdings die Männer in der Überzahl.»
Bevor die aufgeregte Kinderschar an diesem grauen Herbstmorgen in den Sattel steigen konnte, war eine Lektion Theorie über den Umgang mit den grossen Tieren angesagt. Nicole Leuenberger erklärte den Kindern, mit Unterstützung ihrer Mutter Jasmin Ambühl, wie man sich einem Pferd nähert und Kontakt mit ihm aufnimmt. «Das sind Fluchttiere, deshalb dürft ihr sie auf keinen Fall erschrecken», mahnte sie. In der nächsten Lektion erfuhren die kleinen Kursteilnehmer, dass Pferde auch gepflegt werden müssen. Bei dieser Aufgabe halfen alle mit Begeisterung mit, zumal man beim striegeln und Bürsten der Felle mit seinem Lieblingstier endlich hautnah in Kontakt kam. Leuenberger und ihre Mutter gaben dazu Tipps oder aufmunternde Ratschläge. Nach rund 30 Minuten waren das Shetlandpony Fanny, der Lipizzaner Bondadoso, der Araberhengst Massai und die zwei Eselinnen Gina und Carina ausreitfertig geputzt und warteten sichtbar ungeduldig auf das Startzeichen. Zuvor mussten aus Sicherheitsgründen die kleinen Reiterinnen und Reiter aber noch mit Helmen und Westen ausgerüstet werden. Dann endlich durfte in den Sattel geklettert werde. Dazu die Pferde- und Reittherapeutin: «Jedes Pferd ist eine individuelle Persönlichkeit mit besonderen Charakterzügen. Sie kennen Abneigung genauso wie Sympathie. Ich frage deshalb jeweils das Pferd, ob der betreffende Mensch auf ihm sitzen darf, wobei es mit Kindern in dieser Hinsicht eigentlich nie Probleme gibt.» So war es auch an diesem Morgen. Als die ersten fünf Kinder stolz endlich im Sattel sassen, trottete der kleine Reitertrupp im gemütlichen Tempo durch die herbstliche Landschaft Richtung Laubberg. Und damit jede Kursteilnehmer dieses glückliche Gefühl einmal erleben konnte, wurden die begehrten Plätze im Sattel alle paar Hundert Meter untereinander gewechselt.
Nach etwas über einer Stunde war der Trupp dann zurück beim Ausgangspunkt, wo die Tiere abgesattelt und in den Stall gefèhrt werden mussten. Auch hier halfen schon die jüngsten mit Feuereifer und glänzenden Augen mit. Und zu guter Letzt durften die Kinder ihre Lieblingstiere auch noch mit einigen Leckereien füttern, bevor sie selbst zu einem Imbiss gerufen wurden. Dabei herrschte eine ausgelassene Fröhlichkeit. Jeder war stolz darauf, dieses spannende Abenteuer mit den Pferden und Eseln miterlebt zu haben. So wie die neunjährige Sarina, die allerdings schon mehrmals geritten ist. «Ich finde, dass Pferde die schönsten Tiere auf der Welt sind. Deshalb reite ich sehr gerne. Aber auch putzen und den Stall misten macht mir viel Freude», sagte sie glücklich. (bm)